Bauservice Public

Daniel Laubscher
Dipl. Architekt HTL
Bauinspektor
Schützenweg 20.
3294 Büren a/A

Unterstützungen und Beratungen
der öffentlichen Hand im Bau- und Planungswesen

projekte


Kranken - Pension um 1905

Siedlungsentwicklung Büren a.A. zwischen 1800 - 1918

Inhaltsverzeichnis

Bahnlinie Solothurn - Lyss 1876

Die 1876 eröffnete Bahnlinie Solothurn - Lyss, als Verlängerung der Gäubahn (Olten - Solothurn), bracht Büren den Anschluss ans schweizerische Eisenbahnnetz. Wie aus den Statuten des Initiativ-Komitees der Gäubahn von 1870 hervorgeht, war die Stammstrecke von Olten nur bis Solothurn beabsichtigt und hätte dann Richtung Biel ihre Fortsetzung gefunden. Der Regierungsrat des Kantons Solothurn versuchte der Centralbahn eine stärkere Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Gemeinden im Bucheggberg - und somit auch dem angrenzenden Bernbiet mit Büren a.A. - schmackhaft zu machen. Er begründete diese Linienführung mit den hohen landwirtschaftlichen Erträgen des Bucheggberges. Diese Linienführung und entsprechende Bau wurde beschlossen und die Strecke folgte den Bedürfnissen der Eisenbahn, welche Steigungen und Kurven möglichst ausweicht. So führte die Strecke in unmittelbarer Nähe des Städtchens Büren a.A. vorbei.

Dieser Umstand verbesserte natürlich die Verkehrsgunst von Büren a.A., hatte aber auch das langsame Ende des Güterverkehrs und der Flussschiffahrt auf der Aare zur Folge. Der Bahnhof kam oberhalb des Stadtgrabens, welcher zunehmends aufgefüllt und überbaut wurde, zu stehen. Die Geleiseanlage führte zu grösseren Eindolungen des Stadtbaches (Mühlebach) und trennte das Städtchen räumlich vom auslaufenden Städtiberg, der Mühle und Oberbüren ab. Als weitere klare Zäsur wurde Büren jetzt durch den neuen Kanal im Norden und der Bahnlinie im Süden begrenzt.

Der Bahnbau läutete nun auch in Büren den industriellen Aufschwung ein. Wenn auch in viel bescheiderem Ausmasse als in grösseren Städten, hatte doch der Bahnbau die Bildung eines ersten Industriequartiers zur Folge. Entlang der neuen Bahnlinie entstanden zudem Gastwirtschaften (Rest. Bahnhof und Bad, später als Lido bekannt) und auch ein private Krankenpension wurde gegenüber dem Stationsgebäude betrieben. Es wurden Patienten aus der ganzen Schweiz und sogar aus dem Ausland behandelt, welches unzählige Postkartengrüsse bestätigen (Postkartensammlung Vereinigung für Heimatpflege). Auch die Eröffnung des Bellevue als Sommerwirtschaft (später als Hotel und Pension) am Waldrand oberhalb von Büren im Jahre 1889, sicherte sich eine Existenzgrundlage aufgrund des Bahnanschlusses und den dadurch aufkommenden Fremdenverkehr. Zeugnis des aufkommenden Fremdenverkehrs ist auch die in den 80-er Jahren des 19. Jh. errichtete Bad-Wirtschaft Strassberg (später Lido), zwischen der Geleisanlage und Stadtgraben, welche in Reiseführern als Badehotel mit gipshaltiger Schwefelquelle gegen Hautkrankheiten, Skrofulose und Schleimkatarrhe angezeigt wurde. Mit Aufkommen des Stummfilms wurde schliesslich Anfangs des 20. Jahrhunderts neben dem Badehotel das Kino "Gotthard" erbaut.

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